Stellungnahme zum geplanten Kurs- und Therapiebecken im Freibad Ganderkesee

Der ASG hat der Bürgermeisterin Alice Gerken eine Stellungnahme zum geplanten Kursbecken geschickt und gebeten, diese an die Fraktionsvorsitzenden weiterzuleiten.

Die Stellungnahme im Wortlaut:

  • Der ASG hält ein Kurs- bzw. Therapiebecken mit Wasser von 30 – 33 Grad für unverzichtbar, da folgende Zielgruppen im Sinne von Inklusion angesprochen werden:
  • Menschen mit Beeinträchtigungen am sozialen / sportlichen Leben zwecks Erholung und Entspannung der Körpermuskulatur. Möglichkeiten für Rehasportangebote, Präventionskurse, Krankengymnastik, Therapie.
    Wir weisen auf die ausführliche Stellungnahme im Rahmen der Bäderstudie hin: bei bestimmten Erkrankungen ist eine Bewegung im kalten Wasser nicht möglich (z.B. durch neuronale Beeinträchtigungen, Rheumaerkrankungen etc.)
  • weil Alternativen in der Umgebung von Ganderkesee knapp sind (es ist eine Frage der Zeit, wann das Bad am Fuchsberg nicht mehr genutzt werden kann, das Hallenbad ist fast vollständig ausgebucht, das Klinikbad in Delmenhorst steht vor der Schließung…)
  • Der ASG hält folgende Ausstattungsmerkmale für unbedingt erforderlich, damit Menschen mit Beeinträchtigungen das Kursbecken auch nutzen können:
    • Barrierefreier Zugang

      Treppenzugang zum Scchwimmbecken
      Zugang mit Treppe ermöglichen
    • Ausstattung des Beckens mit Lifter mit Stuhl (nicht Tuch)
    • Zugang durch Ausstattung mit einer Treppe ermöglichen (die Nutzung einer Leiter im Beckenrand ist für die o.g. Zielgruppen oft mit Angst besetzt und die Nutzung des Liftes wegen fehlender Beeinträchtigung nicht erforderlich).
    • universelles Design“: taktile Zeichen sowie farbliche Markierungen zur Orientierung
    • Steckdosen für Elektroscooter
  • Weitere Nutzungsmöglichkeiten eines Kursbeckens, die die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöhen:
  • Fachleute empfehlen ein größeres Kursbecken in wirtschaftlichen Standardmaßen zu bauen. Dadurch werden zum Beispiel möglich:
  • Schwimmkurse für Kinder. (alarmierende Studien zum Rückgang der Schwimmfähigkeit sind bekannt, derzeit Wartezeiten von bis zu 2 Jahren auf einen Schwimmplatz für Kinder in Ganderkesee)
  • Babyschwimmen von 3-12 Monate
  • Wassergewöhnung für Kinder ab 3 Jahre
  • Wasserspaß für Kinder von 1-3 Jahre (zu groß für Wassergewöhnung und zu klein für Schwimmkurs)
  • Auqa – Fit für Schwangere
  • angst- und tiefenfreies Schwimmen auch für Senioren
  • Schwimmkurse für Erwachsene
  • Der ASG hält ein Kurs- bzw. Therapiebecken mit wärmeren Wasser auch deshalb für unverzichtbar,
    • weil dieses Kursbecken eine Attraktivitätssteigerung für Saunahuus und Freibad darstellt
    • weil es wirtschaftlich als eigene Einheit betrieben werden kann
  • Der ASG hält ein Kurs- bzw. Therapiebecken mit einer Größe von 16,6 m x 8m für  unverzichtbar,
  • weil aufgrund des größeren Beckens die Möglichkeit besteht, großzügig Schwimmen zu können
  • bei einer Tiefe von 0,9 – 1,35 m (Hubboden)
  • sonst bleibt es „nur“ ein Kursbecken – und ist somit auf diese Funktionalität beschränkt
  • Außenlagerplätze sowie Ablagemöglichkeiten für Hygiene- und Trockenartikel berücksichtigen

Die Vorabplanung und das Einhalten bestimmter Finanzobergrenzen sollte nicht das Maß aller Dinge sein.

Bereits beim Bau des Saunahuus wurde der politische Fehler gemacht, die Kosten willkürlich unter einer bestimmten Summe zu halten. Auf ein für eine Premiumsauna notwendiges Außenbecken hat der Gemeinderat damals bewusst verzichtet, um es kurze Zeit später für erheblich höhere Kosten doch noch zu bauen. Der versetzte Ablauf dieser gesplitteten Investition hat aus heutiger Sicht einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden durch Mehrkosten verursacht.

 

Die NWZ berichtete darüber:
https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/wirtschaft/ganderkesee-freibad-asg-will-mehr-als_a_32,0,3062129331.html

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